Diätprofis kennen sie alle
Tausende Diäten versprechen eine schnelle, problemlose Gewichtsabnahme, volle Regale in den Supermärkten mit „light“- oder „Diät“- Produkten sollen dabei helfen. Besteht da nicht der Verdacht, dass alle diese Versprechungen, alle Produkte gar nicht helfen, ja vielleicht sogar das Gegenteil bewirken? Fachleute sind sich zwischenzeitlich einig, dass eine „Diät“ die beste Methode ist, um zuzunehmen. Im Überblick
Expertenstreit – böse Fette
Seit Jahren streiten Ernährungswissenschaftler, wie man am besten das Übergewicht senkt und auch langfristig hält. Nach dem Kalorienzählen der
80er und 90er Jahre wurde dann das Fett im Essen plötzlich als die Ursache von Überwicht identifiziert. Alles wurde fettarm bis hin zur Ungenießbarkeit. Fett macht fett war die Devise der „low fat“ Bewegung. Aber klinische Studien zeigen einen negativen Effekt von „low fat“ auf die Blutfettwerte. Wenn die gesunden einfach- oder mehrfach ungesättigten lebensnotwendigen Fettsäuren aus Pflanzen und Fischölen weggelassen oder drastisch reduziert werden, kann der Wert des guten HDL-Cholesterins sinken. Durch das Ausweichen von Fett auf einfache Kohlenhydrate wie Brot, Zucker, Kuchen, Gebäck steigen fast immer die schädlichen Triglyceride.
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Böse Kohlenhydrate
Abgelöst wurde die „low fat“ Bewegung durch die „low carb“ Idee. Urplötzlich war es nicht mehr das Fett, sondern die Kohlenhydrate, die für die Leibesfülle und den dicken Bauch verantwortlich gemacht wurden. Verboten waren Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln und jeglicher Zucker, das optimale Essen bestand aus Salat, Fleisch und Fisch. Allerdings ist die Akzeptanz einer Diät völlig ohne Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln kaum länger gegeben. Neue Forschungen zeigen das erhöhte Auftreten von Gefäßschäden bei dieser Diätform – zumindest bei Mäusen. In der aktuellen Studie bildeten sich bei Mäusen, die eine eiweißreiche und stark kohlenhydratreduzierte Diät bekamen binnen 12 Wochen Gefäßablagerungen, die der Arteriosklerose entsprechen.
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Gute glykämische Kohlenhydrate
Verfeinert wurde das Prinzip der kohlenhydratarmen Ernährung durch die „slow carb“ - Diäten. Bei dieser Diätform werden die Kohlenhydrate nach dem glykämischen Index oder der glykämischen Last eingeteilt und damit die Wirkung auf den Blutzuckerspiegel bewertet. Kohlenhydrate sind nicht grundsätzlich verboten, sondern es wird die Empfehlung ausgesprochen, die schnellen Kohlenhydrate, wie Zucker, Weißmehl und verarbeitete Stärke gegen langsame, wie Vollkornprodukte auszutauschen. Durch das langsamere Anfluten werden Blutzuckerspitzen mit dann unvermeidlich folgenden Hungeranfällen deutlich verringert. Diese Empfehlungen decken sich großteils mit den Vorgaben einer gesunden Ernährung, haben aber den Nachteil, dass zur praktischen Durchführung umfangreiche Kenntnisse der Zusammensetzung von Lebensmitteln vorhanden sein müssen. Auch langjährige Kochgewohnheiten sind anzupassen.
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Volumen-Diät
Auch in der Hungersteuerung sind in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse gewonnen worden. Für Hunger oder Sättigung ist primär der Zustand der Magenfüllung verantwortlich. Der Dehnungsreiz auf die Magenwand durch ein voluminöses Essen löst das Gefühl der Sattheit ziemlich unabhängig von der zugeführten Menge an Kalorien aus. Für den langfristigen Erfolg eines Abnehmkonzeptes sind Hunger und Hungeranfälle absolut kontraproduktiv, daher muss auf eine lang anhaltende Sättigung geachtet werden. Dies funktioniert am sichersten mit vollen Tellern und großen Portionen. Die Zusammenstellung der Gerichte ist daher auf mehr Volumen zu verändern. Keine konzentrierten Kleinigkeiten, die zwar Kalorien liefern aber nicht satt machen, sondern Zusammenstellungen mit viel Masse und damit automatisch sinkender Kalorienzahl pro Portion. Dies geschieht am einfachsten durch Wasser, Gemüse und Ballaststoffe. Die Umsetzung in die Praxis erfordert anfänglich eine Umstellung.
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Modediäten
Diäten sind trotz aller wissenschaftlichen Forschungen immer der Mode unterworfen. Jeder Trend hat seine Anhänger und Vorteile, allerdings leidet unter den manchmal rigiden Vorgaben und einseitigen Verbote die längerfristige Akzeptanz. Ein Leben ohne Brot, die Vermeidung von Fett, das nur Essen von Gemüse und Fleisch vermindert die Lebensqualität oft mehr als die gesundheitlichen Folgen von Übergewicht. Und auch die Umsetzbarkeit in den Alltag ist oft nicht gegeben. Wie aber aus diesem Dilemma entkommen?
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