Übergewicht
Übergewicht – medizinisch Adipositas genannt- ist eine Erscheinung, die immer weiter um sich greift. In Deutschland schleppen zwischenzeitlich 75% aller Männer und 59% aller Frauen zu viel Gewicht mit sich herum. Normalgewicht wird zur Ausnahme, zur seltenen Erscheinung. Und die Aufwärtstendenz ist ungebrochen, wie man bei Kindern und Jugendlichen überdeutlich sieht. Im Überblick
Wollen, sollen, müssen?
80% aller Deutschen
wollen, 68% sollen abnehmen und 20% müssen abnehmen aus optischen oder hauptsächlich aus medizinischen Gründen. Die Optik sehen Sie vor dem Spiegel oder merken dies an der spannenden Hose oder dem zu eng gewordenen Rock, die gesundheitlichen Auswirkungen sind noch wesentlich gravierender.
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Folgen von Übergewicht
Aus
Statistiken weiß man, dass schon bei einigen Pfunden zu viel (BMI zwischen 25 – 30) die Sterblichkeit um 1/3 erhöht ist, bei Übergewicht (BMI <30) steigt diese um über 200% an. Wir verschenken wertvolle Lebensjahre durch jedes Kilo zu viel und jeden Zentimeter Bauchumfang mehr. Aber auch die Lebensqualität sinkt. Reduzierte Beweglichkeit beim Treppensteigen, Bücken oder Gehen sind die merkbaren hinderlichen Einschränkungen, deutlich mehr Auftreten von Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, orthopädischen Problemen sind die unangenehmen Langzeitfolgen.
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Gründe für Übergewicht
- Falsches Essverhalten
- Mangelnde Bewegung
- Vererbung
- Krankheiten, Medikamente
Nie zuvor in der langen Geschichte der Menschheit gab es eine so üppige Auswahl an Nahrungsmitteln, nie zuvor waren Hungersnöte so weit aus dem Bewusstsein entrückt. Nahrung ist immer und überall vorhanden, reichlich, frisch, bezahlbar. Was im ersten Augenblick durchaus positiv erscheint, wird für viele Menschen zwischenzeitlich zum Problem. Sie essen unkontrolliert, ungebremst und jenseits jeglicher Vernunft. Essen als Trost, Zeitvertreib, Beschäftigung oder gesellschaftliches Ereignis. Essen ist kein Stillen von Hunger, keine notwendige Zufuhr von Energie mehr. Essen hat einen neuen, anderen Stellenwert.
Die falsche Auswahl der Nahrung kann eine Ursache für Übergewicht sein; obwohl uns gesunde, wertvolle und auch bezahlbare Nahrung in ausreichender Menge zur Verfügung steht, geben wir häufig den falschen Nahrungsmitteln den Vorzug.
Neben einer übermäßigen Zufuhr an kalorienreicher Nahrung führt auch eine geringere körperliche Aktivität zu Übergewicht.
Die Neigung zu Übergewicht kann genetisch bedingt sein, jeder Körper verarbeitet Nährstoffe anders; ein sparsamer, ökonomischer Umgang des Stoffwechsels mit den zugeführten Nährstoffen kann Übergewicht begünstigen.
Auch Krankheiten oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten wie Cortison oder manchen Psychopharmaka kann eine schnellere Gewichtszunahme verursachen.
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Steinzeit-Stoffwechsel
Das Gewichtsproblem kann durch eine Diät, durch einen kurzfristigen Verzicht oder die deutliche Reduktion von Essen und Trinken nicht grundlegend gelöst werden. Der Stoffwechsel des Menschen läuft auch heute im 21. Jahrhundert nach Christi Geburt immer noch auf Steinzeitprogramm. Er hat sich an den Überfluss, an die dauernde Verfügbarkeit von Nahrung in den vergangenen 50 – 60 Jahren noch nicht angepasst. Was sind auch schon 5 Jahrzehnte im Vergleich zur Entwicklungsgeschichte der Menschheit?
In den Jahrtausenden vorher war der Mangel an Essen die Regel. Primäre Aufgabe war es daher, Zeiten mit Nahrungsknappheit zu überleben und bei einem Nahrungsangebot entsprechende Reserven anzulegen. All die Hungersnöte bedingt durch Kriege, Missernten oder Naturkatastrophen haben nur diejenigen Individuen überlebt, die optimal mit diesen Einflüssen umgehen, deren Stoffwechsel flexibel auf Angebot und Nachfrage reagieren konnte. Hohe Speicherkapazitäten waren von Vorteil. Das Wissen um diese Relikte aus dem Steinzeitprogramm ist daher unabdingbare Grundlage zum Verständnis vieler Ernährungs- und Gewichtsprobleme unserer modernen Zeit. Bei den üblichen Diäten mit einer deutlich eingeschränkten Nährstoffzufuhr schaltet der Stoffwechsel nach ein paar Tagen in sein genetisch fixiertes
Notprogramm. Um wertvolle Ressourcen zu sparen, um auf weitere „Hungersnöte“ vorbereitet zu sein, wird der Verbrauch an Kalorien dramatisch abgesenkt. Der Körper läuft im Energiesparprogramm. Vor allem die lebensnotwendigen Fettreserven werden so lange wie möglich geschont, um lang dauernde „Hungersnöte“ zu überstehen. Schließlich ist dem Organismus nicht bekannt, wie lange die Knappheit, die Hungersnot noch andauert. Daher sind die üblichen Diäten von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Intelligente Lösungen sind gefragt.
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